Thor Steinar Laden eröffnet am Neubrandenburger Marktplatz

Nun ist es soweit: Der Thor Steinar Laden „Tønsberg“ (der deutschlandweit vierte Laden mit dem Namen) hat heute morgen in der Stargarder Straße 10b im Herzen der Neubrandenburger Innenstadt unweit der örtlichen CDU-Zentrale seine Pforten geöffnet. Stahlverstärkte Türen und Fenster, Videoüberwachung und 6 teils vermummte Securitys aus der lokalen Türsteherszene bestimmen die Ausstrahlung des Ladens. Und wir nennen es Schandfleck!

Heute haben sich auch gleich spontan etwa 80 Personen am Laden versammelt, um ihren Protest mit größerem Polizeiaufgebot friedlich kund zu tun. Danke! Aber das kann auch nur der Anfang sein.

Thor Steinar ist eben keine normale Modemarke. Die Betreiber der einzelnen Shops und auch die drei zentralen GmbHs weisen alle über Umwege oder auch direkt auf die radikale rechte Szene (Belege in dem Artikel von gestern). Wer dort kauft, weiß auch an welche Leute das Geld geht. Wem das nicht reicht, der braucht sich nur einzelne Motive aus den Kollektionen der letzten Jahre angucken, die klar mit NS-Anspielungen („Ski Heil“, „Hausbesuche“ mit Maschienengewehr,…) spielen, welche das sonstige Runengedöns und den legereren Anstrich der Marke ergänzen. Thor Steinar spielt bewusst mit diesem Ruf und diesem Auftreten und eins ist klar: Steinar wird auch weiterhin mit seiner Kundschaft Teil der geschichtsrevisionistischen radikalen rechten Szene bleiben.
Insofern ist jede*r dazu aufgerufen auf diese Provokation zu reagieren und sich gegen diese Relativierung der NS-Zeit und Normalisierung dieser Szene in der Neubrandenburger Innenstadt zu wehren. Wir sehen hier eine Bedrohung nicht nur für den Ruf der City, sondern langfristig vielmehr auch für das allgemeine Lebensgefühl von marginalisierten Gruppen in der Stadt.

Aber was lässt sich tun? Auf alle Fälle hat ein*e uninformierte*r Vermieter*in nach einem BGH-Urteil relativ leichtes Spiel den Mietvertrag anzufechten. Der Neubrandenburger OB Silvio Witt kündigte die Kontaktaufnahme an, die Reaktion bleibt abzuwarten. Wir erwägen auch nächste Schritte, informieren euch darüber hier in den nächsten Tagen.

Keine Toleranz der Intoleranz!
Keine Geschäfte mit Nazis!

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