Subtext – Finanzierung der Kitas

Heute gehen wir in die letzte Runde der Reihe #AfDsubtext. Den Beginn macht noch einmal die „Familienpolitik“ und heute Nachmittag zum Abschluss das Thema „Bildungspolitik“.

Familienpolitik - finazierungderkitas

Die staatlichen Zahlungen für Kita-Plätze sollen über landesweit einheitliche Gebührenpauschalen erfolgen, die den Grundbedarf der Träger decken. Darüber hinausgehende Angebote müssen die Kitas selbst erwirtschaften. Dies fördert auch den Wettbewerb zwischen den Einrichtungen.

AfD-MV Wahlprogramm zur Landtagswahl 2016
(Seite 3)

Subtext:
Kitas sollen vom Land eine einheitliche finanzielle Grundausstattung bekommen, individuelle Angebote sollen von den Kitas selbst erwirtschaftet werden

Unsere Meinung dazu:
Dies widerspricht dem Ziel eines kostenfreien Kita-Platzes, weil sich die Kitas dann ihre zusätzlichen Angebote von den Eltern bezahlen lassen müssten, da Kindergärten in der Regel keine Wirtschaftsunternehmen sind, die gewinnorientiert arbeiten. Dies würde finanziell benachteiligte Familien ausschließen. Außerdem würden Kitas nur noch individuelle Angebote dort machen, wo ausreichend solvente Eltern sind, was gleiche Bildungschancen vereitelt. Die Vielfalt der Kitakonzepte würde schwinden und somit die Auswahlmöglichkeiten zwischen unterschiedlich konzipierten Einrichtungen einschränken. Es klingt förmlich so, als ob die AfD die Kitas zu kleinen Wirtschaftsunternehmen entwickeln möchte, um den Wettbewerb zwischen den Einrichtungen zu fördern. Der Fokus läge dann auf der Erbringung von finanziellen Mitteln, obwohl in erster Linie die Betreuung des Kindes im Vordergrund stehen sollte. Eine Kita, die wirtschaftlich arbeitet, benötigt somit auch mehr Angestellte, die sich um Finanzen kümmern müssen, damit entsprechende Angebote geschaffen werden können. Mehr Mitarbeiter_innen bedeuten aber zugleich höhere Lohnkosten, die zusätzlich erwirtschaftet werden müssten.
Eine Einrichtung, in der es um die Kinder geht, in ein Wirtschaftsunternehmen umfunktionieren zu wollen, kann nicht im Sinne der Heranwachsenden sein.

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