Angriff auf Kundgebung von Jugendcamp in Burg Stargard

Wir übernehmen hier die Pressemitteilung des Alternativen Jugendcamps – AJUCA:

Pressemitteilung zu den Vorfällen am 22.08.2015
Im Rahmen eines Akionstages des alternativen Jugendcamps (AJUCA), das am Wochenende in der Müritzregion stattfand, kam es während einer Kundgebung unter dem Motto “Gegen Alltagsrassismus, für eine Willkommenskultur in Burg Stargard” am Samstag zu einem Angriff auf die Teilnehmer*innen der Versammlung durch örtliche Neonazis.
Die Teilnehmer*innen des Aktionstag, vornehmlich Jugendliche im Alter von 14 bis 21 aus Mecklenburg-Vorpommern, führten zunächst eine Demonstration gegen Neonazi-Strukturen und Rassismus im brandenburgischen Wittstock/Dosse durch. Die Veranstaltung wurde von den örtlichen Einwohner*innen mit großem Interesse und Freude begrüßt.
Anschließend fuhren die Jugendlichen nach Burg Stargard, um dort, auch auf Wunsch der kurz zuvor in der Stadt am Mühlenteich eingetroffenen Geflüchteten, gemeinsam eine weitere und bunte Demonstration durchzuführen und ein Zeichen der Solidarität zu setzen. Am Freitag hatte die NPD dort eine rassistische, gegen die Geflüchteten gerichtete Kundgebung in unmittelbarer Nähe der Unterkunft abgehalten.
Bereits kurz nach Eintreffen der Teilnehmer*innen des Aktionstages erschienen erste Neonazis am Rande des Versammlungsortes, beobachteten die Jugendlichen und riefen telefonisch weitere Neonazis herbei. Aufgrund dieser prekären Sicherheitslage und der als äußerst aggressiv bekannten örtlichen Neonazi-Szene entschieden die Jugendlichen, statt der angemeldeten Demonstration lediglich eine stationäre Kundgebung durchzuführen. In diesem Zusammenhang kam es zu weiteren verbalen Attacken und Provokationen seitens der anwesenden Neonazis. Die Jugendlichen des Aktionstages machten sich daraufhin auf den Rückweg. Bei der Busabreise kam es zu einem organisierten Angriff der stetig mehr werdenden Neonazis. Mit Steinen, Flaschen und Zaunlatten bewaffnet, versuchten diese, die Busse zu blockieren, die Fahrzeuge zu beschädigen und die und Insass*innen zu verletzen. An einem der Busse entstand Sachschaden. Körperliche Schäden trug niemand davon, allerdings standen einige der Jugendlichen unter Schock.
Die 16-jährige Sina, Teilnehmerin des Aktionstages, sagt hierzu: “Wir wollten mit unserer Demonstration einfach nur die Geflüchteten fröhlich willkommen heißen. Ich bin noch immer völlig fassungslos, welcher Hass uns entgegengeschlagen ist. Ich kann es nicht verstehen, warum niemand eingegriffen hat, und frage mich, wo die Polizei war.”
Zu den Vorkommnissen des Tages erklärt die Sprecherin des AJUCAs, Jana Henningsen, weiter: “Der heutige Tag hat gezeigt, wie notwendig eine Willkommenskultur gerade auch in ländlichen Regionen ist. Wir dürfen es nicht zulassen, dass ganze Regionen von Neonazis dominiert werden. Der Vorfall reiht sich in die Serie rassistischer Übergriffe ein, die gegenwärtig bundesweit mit Sorge zu beobachten sind.”
Das Alternative Jugendcamp (AJUCA) findet jedes Jahr im August in der Müritzregion statt. In Vorträgen und Workshops können sich die etwa 300, zumeist jugendlichen Teilnehmer*innen zu verschiedensten Themen austauschen; kulturelle Programmpunkte ergänzen das Angebot. Infos dazu finden Sie auf www.ajuca.de

Fotos zum Angriff hier.

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